Die 50. Tage der deutschsprachigen Literatur sind 24. Juni eröffnet worden – am Vorabend des 100. Geburtstages der großen Klagenfurter Dichterin Ingeborg Bachmann (1926-1973). Schriftstellerin Helga Schubert würdigte die „Malina“-Autorin in ihrer „Rede zur Literatur“ mit dem biblischen Vaterunser-Titel „Und führe uns nicht in Versuchung“, gemahnte, Ingeborg Bachmann nicht nur als biographisch interessante Figur zu erinnern: „Es ist ein Dickicht aus Umzügen, Drogen, zerschlagenem Porzellan, Übergriffen, DiorKleidern, vernichtetem Tagebuch des Geliebten und Zusammenbrüchen, durch das ich mich zum Werk durchkämpfen muss und das mich dann zu Demut und Respekt vor dieser außerordentlichen Dichterin führt (und mich auch selbst in meiner Neugier zügelt) – es gibt aber auch die Versuchung zum elitären Denken, dem ich nicht verfallen will: Ich interessiere mich für ihre Gedichte – und Ihr alle interessiert Euch nur für ihren Liebeshunger.“
Der heuer letztmalig als Jury-Vorsitzer wirkende Klaus Kastberger wiederum sprach vorm vollbesuchten ORF-Garten über eine wundersame Geldvermehrung („ein wahres Blutwunder der Verflüssigung“) – denn trotz leerer Kassen konnte das Entgelt für den Ingeborg-Bachmann-Preis erhöht werden von 25.000 auf 30.000 Euro. In dieser Hochstimmung kommen hier bei Instagram, auf Facebook und im „Lesen mit Links“-Blog bis Samstagnachmittag ad hoc-Kritiken nach jedem Auftritt, mit schnellgefassten Gedanken und den besten Jury-Statements. Es geht los am Donnerstagmorgen ab 10:00 Uhr mit Fiona Sironic, es folgen Kurt Prödel, Jovana Reisinger, Kinga Toth und Slata Roschal am Freitag Lena Schätte, Ozan Zakariya Keskinkilic, Seraina Kobler, Magdalena Schrefel und Caroline Rosales. Den Abschluss bilden am Samstag Derya Uzun, Christoph Szalay, Wolfgang Popp, und Gesche Heumann. Wir sehen uns hier – und danach: am Wörthersee.
