King Hörnchens Clique

Linus Volkmann, Vizechef der Intro, kommt am Dienstag, 10., Juni mit „Lies die Biber“ ins Wuppertaler Köhlerliesel und verspricht nicht weniger als „die 13 schönsten Geschichten der Welt“.

Wenn sich Linus Volkmann (Beitragsbild oben) selbst beschreibt, klingt das im Buch genau so: „Autonomen-Utopia, Tierrechte, Anti-Rassismus, Chauvinisten untergehen lassen, Nieder mit Sexismus, Freigabe aller Drogen, die Lebenswelt von King Cobra. Sowas halt. Übrig geblieben ist 2015 nun Popjournalismus. Das heißt, dass ich die Mülltonnen von Jupiter Jones durchsuche und ihren Abfall fotografiere.“ Mit Linus Volkmann ist jetzt der antriebsschwache Langzeitstudent Super-Lupo zurück. Der hat in den Neunzigerjahren bekanntlich „alles auf eine Karte, alles auf Grunge gesetzt. Er wollte Deutschlands coolster Slacker werden. Auf der einen Seite war ihm das auch gelungen, auf der anderen Seite hieß das jetzt Hartz 4.“ Wenigstens ist er, nach erneutem Hauptfachwechsel, endlich auch in eine Frau verliebt: in Schinkenomi aus Bad Orb (der Linus Volkmann übrigens seit Jahren ein gleichnamiges Fanzine widmet). Schinkenomi begeistert sich auch im hohen Alter für Datingbörsen. Warum auch nicht?

„Das hier ist zwar Vorratsdatenspeicherung. Aber Vorratsdatenspeicherung der Lust!“, denkt sich Super-Lupo und lässt diese ganz besondere Liaison zu. Vor allem der Sex mit Schinkenomi alias Gertrude81 reißt ihn schier um. „In ganz Disneyland zusammen waren die Fahrgeschäfte nicht so abwechslungsreich.“ – Linus Volkmanns neuer Geschichtenband ist ein alberner, großartig gemachter Spass und erzählt von King Hörnchens Unterstufen-Clique, die getragene Wäsche auf Kleiderkreisel verkauft, von Alt-Antifa King Cobra, der sich ausgerechnet am Bezirksgericht herablässt, Slime zu zitieren: „Öh, also … Ich glaube eher an die Unschuld einer Hure als an die Gerechtigkeit der deutschen Justiz.“ Linus Volkmann berichtet von seiner fürchterlichen Zeit als Boytoy von Rihanna, denkwürdigen Besuchen in Torsuns Antinational-Backstage, von „schlechter Laune und Aggression. Das war die richtige Einstellung. So und nicht anders fuhr man nach Wcken.“ Mit guter Laune, derben Scherzen, der „literarischen“ Entsprechung unserer Bringmann & Kopetzki-Cartoons nähert sich Linus Volkmann hier sehr unterhaltsam der großen Welt des Slacker-Pops.

Linus Volkmann: „Lies die Biber – Die 13 schönsten Geschichten der Welt“, Ventil, 152 Seiten, 12,90 Euro

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