Anthologien

Seit 1996 gibt es verschiedene Veröffentlichungen in Anthologien: Gedichte, Erzählungen, Nachworte, Feuilletons. Anthologie kommt übrigens von gr. ἀνθολογία anthología „Sammlung von Blumen“, vgl. die lateinische Lehnübersetzung florilegium. Ein Überblick.

Helden der Kindheit

Helden-d-Kindheit-CoverAsterix, Indiana Jones, Pippi Langstrumpf, Superman, Winnetou … Wer hatte sie sich nicht auserkoren, die Helden der Kindheit? Mit Begeisterung folgte man ihnen durch ihre Abenteuer und ließ die eigene Phantasie mit ihnen durchgehen. Auch wenn es sie nur auf dem Papier, auf dem Bildschirm, auf Kassette oder im Kino gab, so wurden sie doch zu einer ganz persönlichen Erinnerung an das eigene Kindsein. 50 Autorinnen und Autoren erzählen von ihrer Kindheit und ihren Helden. Mal mit tränentreibender Komik, mal mit feinsinniger Beobachtung des damaligen Zeitgeistes, dabei stets mit echter Begeisterung. Felix Scheinberger und Rüdiger Quass von Deyen haben mit 40 Nachwuchskünstlern der Fachhochschule Münster das Buch typografisch gestaltet und durchgehend illustriert, ebenso bunt und individuell, wie die Beiträge der jeweiligen Autorinnen und Autoren. Entstanden ist ein Buch, das die eigenen Helden und die Erinnerung an sie wieder lebendig werden lässt. („Schlupp und der grüne Kapitalismus (1986/1987)“ In: Baron, Andrea, Splittgerber, Kai (Hgg.): „Helden unserer Kindheit! – aus Comic, Film und Fernsehen“, Berlin, Edition Büchergilde Gutenberg)

Air Guitar Heroes

91WB4qaIimL._SL1500_119 Luftgitarristen erzählen von ihren wichtigsten Momenten auf der Bühne. Sie erzählen von dem Glück, schwitzend im Scheinwerferlicht zu stehen, mit nichts als einem Stück verdammt lauter Luft in der Hand und Rock’n’Roll im Kopf. U.a. mit Texten von Justin Howard/Nordic Thunder (US-Meister 2011), Guy Thompson/The Bandit (Britischer Meister 2011), Aline Westphal/The Devil’s Niece (Weltmeisterin 2011) und Airnadette mit Sylvain Quimene/Gunther Love (Weltmeister 2009 und 2010). Zweisprachig – alle Beiträge auf Deutsch und auf Englisch. Dazu gibt es ein Nachwort/Afterword von Jan Drees, das hier protokolliert ist: „Air Guitar Heroes! Die Liste skurriler Leidenschaften meiner zusammengesammelten Facebookfreunde wurde an einem Frühlingsabend erweitert, als der von mir hoch geschätzte Jan Fischer fragte, ob ich ein Nachwort schreiben wolle zu seinem Buch über Menschen, die Gitarren spielen, die nicht da sind, wofür es konsequenterweise ein Honorar geben solle, das auch nicht da ist.“ („White-Trash-Paraodien im Muscleshirt“ (Nachwort), In: Fischer, Jan (Hg.): „Air Gutar Heroes. Vom Spielen der Luftgitarre“, Salzhemmendorf. Blumenkamp)

Erstlingsgeschichten

4137uOB0dQLDer Weg zur ersten literarischen Veröffentlichung ist manchmal überraschend einfach, manchmal ein Marathon durch die Hölle. Bedeutende Persönlichkeiten des aktuellen literarischen Geschehens, darunter nicht nur Schriftstellerinnen und Schriftsteller, sondern auch Literaturagenten, Lektoren, Zeitschriftenmacher und literarische Grenzgänger, berichten über ihr Debüt in der Welt der Literatur, ihre künstlerischen Antriebsmomente und ihre Erfahrungen mit dem literarischen Betrieb. Eine aufschlußreiche Bestandsaufnahme des „Litbizz“ und eine bewegende Chronik persönlicher Momente aus einem Leben für die Kunst. Uta Graßhoff im Gespräch mit Sigrid Behrens, Daniel Beskos (Mairisch), Lars Birken-Bertsch (Blumenbar), Nora Bossong, Martin Brinkmann (Krachkultur), Jan Drees, Wolfgang Farkas (Blumenbar), Julia Franck, Karin Graf (Literatur- und Medienagentur Graf&Graf), Zoë Jenny, Peter Reichenbach (Mairisch), Fabian Reimann (Krachkultur), Frank Schorneck (Macondo), Enno Stahl, Juli Zeh und Joachim Zelter. („Fifty-Fifty-Zuspruch“, In: Graßhoff, Uta. „Erstlingsgeschichten. Erlebnisse rund um das literarische Debüt“, Hamburg, Artislife Great Contemporary Writers)

Sounds like Whoopatal

51PEQZPPBtLWuppertal wurde in den 60er Jahren eines der wichtigsten Zentren der Improvisierten Musik. Schlüsselfiguren für diese Entwicklung waren der Saxophonist Peter Brötzmann, der Bassist Peter Kowald und der Gitarrist Hans Reichel, die weltweit Anerkennung gefunden haben. Dass Wuppertal zu einem „Global Village“ des Jazz wurde, hat spannende und interessante Vor-Geschichten: Vom legendären Thalia-Theater aus funkte ab 1926 der Sender Elberfeld die ersten Jazz-Programme in den deutschen Äther. Dort gaben Louis Armstrong, Josephine Baker und Stan Kenton spektakuläre Gastspiele. In der Stadthalle spielten 1964 der Bassist Charles Mingus und der Bass-Klarinettist Eric Dolphy. Die Namen der Jazz- Musiker, die in Wuppertal spielten, lesen sich wie das „Who is who” des Jazz. Ernst Höllerhagen, der „deutsche Benny Goodman“, und der Sänger und Pianist Wolfgang Sauer sind herausragende Protagonisten des Jazz, die selbst aus Wuppertal stammen. („Jazz in Wuppertal – Richtig los ging‘s zum Millenium“ In: „sounds like whooopataal“, Essen, klartext)

Die schönsten Liebesromane

Liebesromane_01„Wenig Blätter Freuden, ganze Hefte Leiden“ – so verschieden, aber immer heftig ist es also, das größte und traurigste der Gefühle. Und so unterschiedlich sind auch die Geschichten der 30 Romane, welche die Autoren des bücher-Magazins in diesem Buch der Liebe hier vorstellen: In seinem Roman „Lucinde“ etwa feiert Friedrich Schlegel die einzig wahre, die romantische Liebe mit solchen Worten: „Nur in der Antwort seines Du kann jedes Ich seine unendliche Einheit ganz fühlen.“ Da erinnert sich die große Friederike Mayröcker an ihren verstorbenen Lebenspartner Ernst Jandl, macht die bedingungslose Liebe zweier Menschen spürbar, die miteinander erlebt und reflektiert haben. Wer dieses Buch gelesen hat, muss nicht nur an die Liebe eines Lebens glauben, er weiß auch, wie sie sich anfühlt. Und natürlich schreiben Dichter nicht nur über sich. Sie wollen das Leben begreifen, also auch die Liebe. Warum sie das größte und traurigste der Gefühle ist, können sie nicht beantworten. Aber das Wie, das kann niemand besser beschreiben als ein Dichter. („Mein Name sei Gantenbein“. In: Lischka, Konrad (Hg.). „Die schönsten Liebesromane“, Essen, edition bücher, S. 121-124)

Pauschal ins Paradies

Cover_v3_The_Sans_mit_sand.inddDas sommerliche Reisen in die Urlauberhochburgen verlangt nach einer schrägen und wahren literarischen Aufarbeitung! In diesem Buch leisten Schriftsteller und Musiker ihre Beiträge für den Weltfrieden: Jakob Hein lästert über die Passagiere, mit denen er nach Mallorca fliegen wird, Matthias Klaß stressen im Ferienlager die Hormone, Ice sieht sich während einer Safari dem Überlebenskampf ausgeliefert, Rigoletti muss sich in Spanien von ihrem Kind beschimpfen lassen, Ahne ist auf den Spuren bayrischer Mythen. // Neues Deutschland: „Wer sich als Leser mit dieser illustren Reisegesellschaft an Bord wagt, stellt schnell fest, dass er sich nicht auf einem Luxus-Liner, sondern auf einer Piraten-Fregatte befindet. Von wegen Paradies. Und: von wegen pauschal.Die wenigsten Geschichten berichten von durchorganisierten Hochglanzreisen, und wenn doch, dann aus der Sicht extremer Individualisten, die sich selbst beim besten Willen keiner Pauschalisierung unterziehen lassen und allesamt mächtig gegen den Strich bürsten. Und also bietet die Lektüre statt seichter Wohlfühlgeschichten lauter haarsträubende Abenteuer.“ („All inclusive“ (Kurzgeschichte) in „Pauschal ins Paradies“, Leipzig, Voland&Quist)

Alles Gute kommt von oben?

alles_gute_kommt_von_oben-9783423207522Wenn die öffentlichen Beleuchtungsorgien beginnen und das Fernsehprogramm unverzeihlich schlecht wird, dann beginnt die selige Weihnachtszeit und damit die Zeit der Entscheidungen. In die Kirche oder auf die Kanaren? Gans oder gar nicht? Wird sich die leidige Weihnachtspsychose wieder melden? Autoren wie Tanja Dückers, Max Christian Graeff (ebenfalls aus Wuppertal), Erwin Grosche, Tobias Hülswitt, Jess Jochimsen, Malediva, Luci van Org, Antje Potthoff, Ilija Trojanow oder Gerhard Henschel erzählen von rauschhaften, katastrophalen und nicht immer ganz ernsten Weihnachtserfahrungen, -wünschen und -hoffnungen. Ich erzählte in dieser Geschichte von einem Heiligen Abend, der sehr hoffnungslos ist, in dem ein Mensch stirbt und vielleicht die Liebe für Trost sorgen kann. – Die Illustration kommt vom großartigen Wolf Erlbruch, geboren 1948, ist Grafiker und Hochschullehrer im Fach Illustration. Als Bilderbuchmacher wurde er mit dem Buch vom ›Kleinen Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hat‹ berühmt. Der Autor lebt mit seiner Frau und seinem Sohn Leonhard in Wuppertal. („Alles wird gut“ (Kurzgeschichte) in „Alles Gute kommt von oben?“, München, dtv)

Freistunde

FreistundeNur selten sehen Schülerinnen und Schüler ihren Alltag in Büchern gespiegelt. Die wenigen Klassiker der „Schülerliteratur“ sind oft schon jahrzehntealt und können das heutige Lebensgefühl nur schwerlich wiedergeben. Und dennoch wird allenthalben beklagt, die „Schüler von heute“ wollten nicht mehr lesen. Weit gefehlt! Erst in jüngster Zeit hat sich wieder gezeigt, dass Jugendliche sehr wohl für Bücher zu begeistern sind, wenn sie denn ein Thema behandeln, mit dem sie sich identifizieren können. „Jetzt“, das Jugendmagazin der „Süddeutschen Zeitung“, und „KiWi“ haben daher zu einem Schreibwettbewerb aufgerufen, in dem Jugendliche aufgefordert wurden, aus ihrem Schulalltag zu erzählen, vom Aufstehen am frühen Morgen genauso wie vom Deutschunterricht, vom heimlichen Treiben auf dem Pausenhof und von der Nützlichkeit diverser Spickzettel bei Klassenarbeiten… Abgerundet wird die Sammlung von Beiträgen prominenter „Ex-Schüler“ wie z.B. Benjamin Lebert, Smudo, Christian Ulmen und Benjamin v. Stuckrad-Barre. Ein Teil der Texte erscheint im Juni in einer Sondernummer von „jetzt“, natürlich mit Hinweis auf das Buch. („discere“ (Gedicht) in „Freistunde“ Köln, KiWi, München, jetzt-Magazin)

 

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