Systemtheorie als Literaturwissenschaft

Niklas Luhmanns Systemtheorie apostrophiert sich selbst als eine „Supertheorie“ und kann deshalb ebenso für literaturwissenschaftliche Untersuchungen instrumentalisiert werden. Mich interessiert, in welcher Weise mithilfe dieser überaus technisch angelegten Theorie anschlussfähige Erkenntnisse über Texte generiert werden können.

Dies gelang erstmals in der Studie über Rainald Goetz‘ Debütroman „Irre“. Die Theorie Niklas Luhmanns ermöglicht, Goetz‘ blutigen Schnitt beim Bachmannpreis in Klagenfurt als Teil des Textes zu lesen, ohne den Autor als Instanz zu negieren. Belegt wird, dass mit besagtem Schnitt nicht nur eine Provokation gegeben, sondern auch ein Beobachtungsdilemma expliziert wird.

Seit dieser kleinen Studie ist die Systemtheorie stetig ausgebauter Bestandteil meiner journalistischen und literaturwissenschaftlichen Analysen – und wird aktuell auf die Probe gestellt in der Arbeit an meiner Dissertation über „Systeme als Strukturmerkmal im Prosawerk von Hartmut Lange“ an der „Graduate School Practices of Literature“ der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Fragestellungen sind unter anderem:

  • Literatur als Beobachtung der Gesellschaft, Literatur als Komplexitätsreduktion
  • Differenzen, wie Realität/Fiktionalität oder Utopie/Dystopie et cetera
  • Angst, Furcht, Schrecken: Philosophische Systeme als autopoietisches Prinzip
  • Positiver Nihlismus und Literarisches Schreiben als systemische Kunstreligion bei Hartmut Lange

Mehr Informationen zu meinem Dissertationsprojekt gibt es hier.

Thematische Veröffentlichungen (Auswahl)

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