Linkradar: Gewinnspiel

Kommende Woche gibt es zwei interessante Diskussionsabende in Berlin, eine Spitzenlesung in Wuppertal, bereits jetzt schon etwas zu gewinnen, das Buch als Magazin, ein Jubiläum zur Spargelzeit, heftig Neues und Dove mal ganz anders gesehen: Im neuen Linkradar der Woche.

500_300_olga_grjasnowa2#Arztsohn-Debatte auf der Bühne: Junge Autoren interessieren sich für WG-Küchen, ungeschützten Geschlechtsverkehr und den Frühstücksbrei ihrer Großmütter. Seit Jahrzehnten nerven sie das literaturinteressierte Publikum mit langweiligen Geschichten aus ihrem unbedeutenden Leben. Sind die zahmen Schreibschulen schuld? Haben sich die jungen Autoren zu viele Gehirnzellen weggekifft? Warum laufen sie nicht mit brennenden Fackeln vor dem Bundeskanzlerinnenamt auf und ab? Moderiert von Florian Kessler treffen am 8. Mai um 20 Uhr: Simon Urban, Thomas Klupp, Nora Bossong und Olga Grjasnowa (Bild) im Roten Salon aufeinander.

niko1Es geht um eine Bestandsaufnahme. Gibt es politische Literatur noch und wenn ja, warum? Dass der Literaturbetrieb die Literatur von heute formt, ist klar. Aber wie groß ist der Einfluss wirklich? Dieser Frage stellen sich am 9. Mai um 20 Uhr:  Ijoma Mangold (Die Zeit), Julia Eichhorn (Graf&Graf), Nikola Richter (mikrotext/Bild) und Lars Claßen (Suhrkamp) Sind sie schuld daran, dass niemand deutschsprachige Literatur lesen will? Werden Autoren von alten Männern in Verlagen und Literaturpreisjurys gezwungen, langweilige Texte zu schreiben? Machen junge Schriftsteller alles, um ihren Namen auf einem Buchdeckel bei Hugendubel stehen zu sehen?

Stephan Brüggenthies INternet.JPG.8846792Kitsch as kitsch can: Am 28. April schrieb Krimiautor Stephan Brüggenthies (Bild) auf seiner Facebook-Seite: „’Dieser Junge isst nur einen Apfel. Aber was dann passierte, war unglaublich …'“ — ich kann diese Scheiße echt nicht mehr lesen. Sorry.“ Trotzdem gibt es eimal im Linkradar diese Geschichte eines Obdachlosen, der 35 Jahre lang im brasilianischen São Paulo auf einer Straßeninsel lebte und durch seine Lyrik ins Familienleben zurückgefunden hat. Es ist eigentlich auch nur die Gegengeschichte zu diesem Essay von Becky Tuch, der gerade vielfach diskutiert wurde: All Work and No Pay Makes Jack a Dull Writer: on Literary Citizenship and Its Limits.

Cover_Digimuster_Das Spargelbuch.inddSpargelzeit: Gut, auch das gehört dazu – meine Lieblingssatirezeitschrift iTALien feiert gerade 30-Jähriges mit der „Notnummer 332“ und passend dazu haben Chefredakteur Uwe Becker (der die SPAM-Witze auf spiegel.de verantwortet) und seine Crew ein Büchlein mit Frühlings-Spargel-Witzen herausgebracht (siehe Bild, Herausgeber ist Elias Hauck). Anders als beim Seeschlachten-Buch von C.H. Beck gab es bislang keine Plagiatsvorwürfe (hätten die Kollegen doch wenigstens den Bestseller-Bausatz angewendet). Wer jetzt sagt: Das sei keine Hochkultur, der schaut einfach bei Der Greif vorbei und freut sich über dieses Projekt, das Fotografen und Dichter zusammenbringt.

stanisic2In eigener Sache: Wir freuen uns auf Saša Stanišić, Gewinner des Preises der Leipziger Buchmesse 2014, der kommende Woche Mittwoch 7. Mai im Wuppertaler Köhlerliesel auftreten wird (ich moderiere – und wer als Erster den Rechtschreibfehler auf dem obigen Flyer entdeckt bekommt eine Freikarte, PN an mich via Facebook bitte). Gast bei 1LIVE Klubbing war am gestrigen Freitagabend Nina Sahm mit „Das letzte Polaroid“. Es folgt, in der Woche darauf: Martin Kordic mit „Wie ich mir das Glück vorstelle“. Im LesenMitLinks-Blog gibt es neue Texte über 1LIVE, den Acoustic Turn und Modbetten. In 1LIVE Shortstory senden wir morgen „Trainspotting Radbruch“ und „Das Verschwinden durch den Sucher“ von Jule D. Körber.

 Konsuminventur

Cellulite-in-der-Werbung2Nicht nur bei Shells Kindle-Aktion ging der Werbeeffekt nach hinten los. Der Seifenhersteller und Beautydealer Dove ist bekannt für seine extrem ranschmeisserischen „Kein Model, aber straffe Kurven“-Anzeigen und Spots (Bild rechts). Unter dem Hastag #We are Beatiful kann nun über ein Projekt diskutiert werden, in dem Frauen gebeten wurden, ihr Gesicht zu beschreiben. Nach diesen Beschreibungen hat ein mit dem Rücken zu ihnen sitzender Phantombildzeichner Portraits angefertigt. Die Sache hat einen Clou, der besonders schön aufgegriffen wurde in der Antwort: Forensic artist draws men’s testicles as they see themselves and then again as others see them und diesem Dove Real Beauty Mirror Test.

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