Klicks statt Kohle: Literaturkritik zwischen Performanz und Prekariat

Am 28. November diesen Jahres spreche ich auf der Tagung „Feuilleton. Schreiben an der Schnittstelle zwischen Literatur und Journalismus“ (26.-28. November 2015 / Karl-Franzens-Universität Graz) über Literaturblogs. Ein Abstract habe ich bereits zusammengestellt – und nun frage ich in die Runde: Was fehlt, was sollte aufgenommen werden, wer kann beitragen und mir entweder in den Kommentaren oder per Mail etwas über die unten aufgeworfenen Fragen sagen? Jede Wortmeldung ist willkommen. Danke. – Das schöne Beitragsbild hat mir Guido Graf aus Hildesheim geschenkt.

950 deutschsprachige Literaturblogs wurden im Mai 2015 von „lesestunden.de“ gelistet. Der Kritiker und Blogger Stefan Mesch hat im Juli 2015 daraus 50 Empfehlungen extrahiert, von „intellectures.de“ (Thomas Hummitzsch) bis „buchkolumne.de“ (Karla Paul). Im gleichen Monat wurde nach einem Portrait der Süddeutschen Zeitung über die 21-jährige Booktuberin Sara Bow debattiert, die nach eigenen Angaben 800 Euro im Monat allein mit ihren Buchempfehlungen auf YouTube verdient. Gleichzeitig gab es eine große Diskussion bei „perlentaucher.de“ über die Notwendigkeit eines relevanten, an „The New York Review of Books“ angelehnten Literaturmagazins im Netz. An dieser Debatte beteiligt waren unter anderem Sieglinde Geisel, Nikola Richter, Alexander Kluge, Guido Graf und Denis Scheck.

Literaturblogs bringen im Jahr 2015 eine große Aufmerksamkeit und sind für die Verlage unverzichtbar geworden; das beweisen „Blogger Lounges“ auf den Buchmessen, so genannte „Bloggertage“ in den einzelnen Verlagshäusern, wenn die NetzautorInnen zu Kaffee und Diskussionen eingeladen werden, das beweist auch der „Virenschleuderpreis“, für den in diesem Jahr etliche Blogger nominiert worden sind. Im Vortrag sollen folgende Fragen zumindest aufgeworfen, in der anschließenden Diskussion vielleicht sogar beantwortet werden:

  • In welcher Weise ist die Literaturblogszene vernetzt? Wer sind beispielhafte Akteure?
  • Womit verdienen Literatur- oder Buchblogger ihr Geld?
  • Welche literaturkritischen und rezeptionsästhetischen Standards können festgestellt werden?
  • Wie können Literaturblogs im Feld digitaler Medien eingeordnet werden, zwischen YouTube-Kanälen, Verlagsblogs, Online-Feuilletons und Social-Reading-Portalen?
  • In welcher Weise verändert die Digitalisierung das Sprechen über Literatur?

An der von Hildegard Kernmayer (Graz) und Simone Jung (Hamburg) initiierten Tagung nehmen teil: Hermann Schlösser (Wien), Irina Wutsdorff (Tübingen), Thomas Hecken (Siegen), Andreas Ziemann (Weimar), Nadja Geer (Berlin), Walter Schübler (Wien), Marc Reichwein (Berlin), Doris Akrap, Ekkehard Knörer, Sigrid Löffler (Wien), Sibylle Schönborn (Düsseldorf), Christa Baumberger (Bern) und Thierry Chervel (Berlin) – weitere Teilnehmer werden alsbald bekanntgegeben. 

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