Audioflow und Get Lucky

Wer noch nichts geplant hat: Am Freitag spreche ich in Berlin über 1LIVE und das Phänomen „Audiodesign“. Die Tagung „Sounds Klänge Töne“ (hier geht es zum Programm) kommt mit wunderbaren Themen daher. „Der Heavy Metal Sound und das ,White, Male, Working Class‘-Image“ oder auch „Wir tanzen wie Maschinen, im Rhythmus der Maschinen – Die Materialität des Klanglichen im Detroit Techno als Disponent prototypischer emotionaler Erfahrungen der Clubkultur“ klingen nach entspannenden Stunden und jenen „guten Gesprächen“, die in Key Notes am Ende gewünscht werden. Das hier ist ein kurzer Überblick meines Vortrags (um 16:30 Uhr im Panel „Klangpraxis – Doing Sound“).

Im Frühjahr 2013 stellte 1LIVE, der reichweitenstärkste Pop-Radiosender Europas sein neues Audiolayout vor. Alle zuvor verwendeten Opener, Motive, Jungles, Shotguns, Modbetten, Dropper usw. wurden ausgetauscht. Damit fand mithilfe eines modernen und individuellen Audiolayouts eine Anpassung an aktuelle musikalische Entwicklungen statt. Bei den jüngsten MA-Auswertungen im März 2014 konnte das erfolgreiche Ergebnis dieser Änderungen festgestellt werden. Die Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse e.V. ermittelte für 1LIVE ein Allzeithoch von 1,12 Millionen Zuhörern je Durchschnittsstunde (Mo-Fr. 6-18 Uhr). In dem Vortrag „Audioflow ‐ Atmodesign als Instrument der HörerInnen‐Bindung im Popkulturradio“ wird gezeigt, welche Schritte das Team von 1LIVE unternommen hat, um ein neues Atmodesign zu entwickeln, welche Zielvorgaben relevant, welche Diskussionen stattgefunden haben.

Anhand von Hörbeispielen wird das alte Layout von 1LIVE dem neuen Layout gegenübergestellt und zudem die weltweit einmalige Neuerung einer sogenannten „Audio-Evolution“ nachgezeichnet: Im Laufe eines Sendetages variiert das Motiv auf eine besondere, hier dann genauer darzustellende Art und Weise. Es antizipiert die Hörsituation der Rezipienten und sichert zugleich unverwechselbare Identifikationsmöglichkeiten. Es ist eine Weiterentwicklung des Formatradios und deshalb anschlussfähig an wissenschaftliche Audio-Diskurse die den acoustic turn als Spezialphänomen des iconic turns interpretieren, zu Fragen der Radioforschung und der digitalen Medienentwicklung. Dem Vortrag vorausgegangen sind unter anderem Interviews mit Thorsten Remy, dem verantwortlichen Projektkoordinator im WDR und mit Jochen Rausch, Wellenchef von 1LIVE und stellvertretender Hörfunkdirektor des WDR. Die benötigten Audiobeispiele wurden vom WDR bereitgestellt.

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