Dissertationsprojekt: Hartmut Lange

Hartmut Lange (1937 in Berlin geboren) gehört zu den herausragenden Erzählern seiner Generation. Früh erfolgreich als Theaterautor in der DDR der 60er Jahre ist er später in die BRD gezogen und hat dort nach Theater- und Fernseharbeiten in den 70er Jahren die Wende vom Dramatiker zum Prosaisten vollzogen.  Sein Weltbild, anfangs auf Hegels Geschichtsdialektik, auf Sozialismus und Marxismus bauend, hat sich radikal gewandelt und ist einer melancholischen, massenkritischen Haltung gewichen. Zentrales Motiv seiner Literatur ist das Dasein als Sein zum Tode – mit allen dahingehenden (ontologischen) Konsequenzen). Schrecken, Furcht und Angst denkt Lange in seiner Literatur, aber auch in seinen philosophischen Beiträgen in Bezug zu unterschiedlichen Denkern wie Blaise Pascal, Arthur Schopenhauer, Friedrich Nietzsche, Martin Heidegger.

Hartmut Lange schreibt überraschend wenig beachtete Novellen und Erzählungen, in denen unter anderem Ovid, Nietzsche, Stalin, Trotzki, Hitler, Goebbels auftauchen. Sein Stil verweist explizit auf Thomas Mann, Heinrich von Kleist, Franz Kafka. Große Namen. Unter Kollegen ist Hartmut Lange hoch geschätzt. Doch trotz Unterstützung seines Verlages Diogens, trotz zahlreicher Preise und neuerdings geradezu hymnischen Feuilletonbesprechungen, hat Hartmut Lange die „lesende Massen“ bislang nicht erreicht. Hartmut Lange ist ein Schriftsteller, der aus dem Verborgenen, ins Verborgene hinein schreibt.

Dass bis heute keine einzige Monographie zu Langes Erzählwerk vorliegt, legt ein erstaunliches Desiderat gegenwärtiger Novellenforschung in der Germanistik offen. Dies mag auch daran liegen, dass Langes Erzählungen um alltägliche Katastrophen der Unauffälligkeit scheinbar ganz leicht erzählt sind und nahezu unbemerkbar auf die Abgründe des Alltags, des Lebens und der Dichtung zusteuern. Das grundierende Weltbild in Langes Erzählwerk, anfangs auf Hegels Geschichtsdialektik, auf Sozialismus und Marxismus bauend, hat sich in der Werkentwicklung dabei radikal gewandelt und ist einer melancholischen, massenkritischen Haltung gewichen.

Zentrales Motiv seiner Literatur ist das Dasein als Sein zum Tode – mit allen dahingehenden (ontologischen) Konsequenzen. Schrecken, Furcht und Angst denkt Lange in seiner Literatur, aber auch in seinen philosophischen Beiträgen heute vor allem in Bezug zu Blaise Pascal, Arthur Schopenhauer, Friedrich Nietzsche und Martin Heidegger. Meine Dissertation, die ich seit 2013 an der „Graduate School Practices of Literature“ der Universität Münster schreibe, wird mit den Mitteln von Luhmanns Systemtheorie das gesamte Prosawerk Hartmut Langes untersuchen, und im Speziellen eingehen auf Themen wie: „ Angst, Furcht, Schrecken: Philosophische Systeme als autopoietisches Prinzip“, „Langes Literatur als Beobachtung der Gesellschaft“ oder auch „Langes Schreiben im esoterischen Adyton“.

Thematische Veröffentlichungen

  • 2010: „Der leere Himmel über Berlin – Ein Besuch in Berlin“ (Portrait), Essen, Magazin Bücher 2/2012.
  • 2014: „Die Bildungsreise“ (Artikel), Berlin, Der Freitag, 30/2014.
  • 2015: „Spiel mir das Lied vom Tod, Hartmut Lange“ (Essay), Münster, Am Erker – Zeitschrift für Literatur Nr. 69.
  • 2015: „Unheimliche Begebenheiten“ (Rezension), Berlin, Der Freitag Nr. 34/2015.

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